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Anleitung zur Fenstermontage (RAL Montage)

Basiswissen über den fachgerechten Fenstereinbau

 

Ein fachgerechter Einbau nach RAL erhält den Wert Ihres Holzfensters, indem er das Fenster vor Witterungseinflüssen und Kondenzwasser schützt. Beim Einbau von Holzfenstern ist der konstruktive Holzschutz zu beachten, d.h. das Fenster ist so einzubauen, dass keine Feuchtigkeit in Fugen zwischen Fenster und Mauerwerk gelangen kann und Kondenzwasser sich ebenfalls nicht in Fugen innerhalb der Konstruktion absetzen kann.

 

Insbesondere sind die Fugen des Fensters gegen Schlagregen von Außen und Luftzug von innen zu schützen, um Dampfdiffusion und Kondensation zu vermeiden. Der Schutz erfolgt über spezielle Dichtbänder, die in den folgenden Kapiteln näher beschrieben werden.

 

Bei der äußeren Fensterbank ist es wichtig, dass diese das Wasser zuverlässig vom Fenster ableitet. Dafür benötigt sie ein ausreichendes Gefälle und es sollte keine Fuge senkrecht zwischen Fenster und Fensterbank bestehen, in welche stehendes Wasser eindringen kann.

 

Wichtig ist weiterhin die sichere Lastabtragung des Fenstergewichts auf tragende Teile des Gebäudes. Zur Lastabtragung sollten Klötze, bzw aufeinandergestelle Keile unter der Unterkante des Fensters dienen.

 

 

Grundlagen der Einbausituationen

 

Um ein Fenster richtig einbauen zu können, muss man sich zuerst mit den verschiedenen Einbaumöglichkeiten auseinandersetzen.

 

In den meisten Altbauten in Deutschland ist die Fensterlaibung, also der Abstand von Wand zu Wand an der Innenseite nicht gleich breit wie an der Außenseite. In der Regel ist die Maueröffnung außen einige Zentimeter schmaler als innen. Dort wird der Fensterrahmen, der Blendrahmen, von dem Außenmauerwerk teilweise oder weitgehend vollständig verdeckt, während er von innen komplett zu sehen ist. Das Fenster wird von innen montiert.

 

Gelegentlich gibt es auch Einbausituationen, wo die Laibung außen breiter ist, als innen. Dort wird das Fenster von Außen montiert.

 

Bei vielen Neubauten und auch einigen Altbauten ist die Laibung innen und außen gleich breit. Hier wird das Fenster in die Öffnung zwischen das Mauerwerk gestellt. Einen Anschlag gibt es nicht. Die Fuge zwischen Fenster und Mauerwerk ist dann bei Altbauten oft verputzt oder auch mit Leisten verkleidet.

 

Wenn Sie Ihr Fenster oder Ihre Haustür bei Ventano bestellen, geben Sie als Maß immer die Größe des Elements an, nicht die Größe der Maueröffnung. Das Element soll später in Ihre Maueröffnung passen, und es benötigt dabei noch eine ausreichend breite Fuge, um unebenheiten der Laibung ausgleichen zu können, Montagematerial, wie Bauschaum, aufzunehmen und sicher abgedichtet werden zu können. Als Faustformel gilt, dass das Fenster umlaufend etwa 10mm kleiner sein soll, als die Maueröffnung. Ist als beispielsweise eine Maueröffnung 1000 x 1500 mm groß, sollten Sie das Fenster 980 x 1480 mm groß bestellen.

 

 

Zur Fenstermontage benötiges Werkzeug und Material

 

Werkzeuge:

 

 

Material:

 

 

 

Ausbau des alten Fensters

 

Vor Ausbau des Altfensters prüfen Sie bitte nochmals das Maß und vergewissern Sie sich, dass das Fenster, welches Sie einbauen wollen, auch wirklich passt.

 

Zuerst hängen Sie die Fensterflügel aus.

 

Sofern Sie Befestigungsanker sehen, mit denen der Rahmen mit der Wand verbunden ist, können Sie diese mit der Flex durchtrennen. Alte Plastikfenster oder Alufenster sind oft mit der Wand verschraubt. Wenn Sie Glück haben, können Sie diese Schrauben lösen und die weitere Demontage wird deutlich einfacher vonstatten gehen.

 

Schneiden Sie das untere Rahmenstück mit einer Säge schräg ein. Wenn das alte Fenster einen Kämpfer oder ein Setzholz (waagerechte oder senkrechte Unterteilungen) hatte, zersägen Sie diese ebenfalls.

 

Nun können Sie mit einem Brecheisen den unteren Rahmen heraushebeln. Sollten Sie die Fensterbank noch wiederverwenden wollen, sollten Sie besondere Vorsicht walten lassen: Die Fensterbank kann leicht zerbrechen, wenn Sie ein Brecheisen darauf abstützen.

 

Nachdem Sie das untere Rahmenteil ausgehebelt haben, können Sie leicht die Seiten und danach das Oberteil aushebeln.

 

 

Vorbereitung zur Fenstermontage

 

Nachdem Sie das alte Fenster komplett ausgebaut haben, entfernen Sie alle losen Putz und Mörtelreste. Säubern Sie die Laibung und insbesondere die Auflagefläche unten mit einem Handfeger oder noch besser mit einem Staubsauger. Dichtbänder und PU Schaum, die Sie während der Montage einsetzen werden, haften sehr viel besser auf staubfreiem Untergrund.

 

Montieren Sie den Fenstergriff an den Fensterflügeln des neuen Fensters. Es empfiehlt sich, den Griff bereits jetzt fest zu verschrauben, da das Benutzen eines nicht fest verschraubten Griffs leicht zu Lackschäden führen kann.

 

Entfernen Sie den Bolzen im oberen Scharnier (Scherenlager) des Fensterflügels und heben Sie dann den Flügel aus dem Rahmen heraus. Entfernen Sie alle Fensterflügel aus dem Rahmen.

 

Setzen Sie den Fensterrahmen in die Maueröffnung ein. Sollte der Rahmen nicht ganz passen oder sehr stramm sitzen, weil zum Beispiel noch alte Mörtelreste an den Laibungen sind oder die Laibung nicht ganz lotrecht verläuft, entfernen Sie den Fensterrahmen und stemmen Sie die Maueröffnung entsprechend größer. Gegebenenfalls können Sie an einem Holzfenster auch ein paar Milimeter abhobeln. Achten sie beim Abhobeln darauf, dass sich Schrauben im Rahmen befinden können.

 

Das Fenster muss umlaufend ein wenig Spiel haben, wenn es in der Maueröffnung steht. Es darf keinesfalls eingeklemmt sein.

 

Versuchen Sie, das Fenster mit Keilen unterfüttert provisorisch mit der Wasserwaage auszurichten. Waagerechte Teile des Fensters sollten vollständig waagerecht sein, und die senkrechten Teil komplett lotrecht.

 

Nachdem Sie sich vergewissert haben, dass das Fenster lotrecht und waagerecht eingebaut werden kann und Sie das Fenster in der endgültigen Position ausgerichtet haben, zeichnen Sie mit einem Bleistift an der Außenseite die Kante der Fensterlaibung auf dem Rahmen nach (nur wenn die äußere Laibung schmaler ist, als die innere). Dieser Bleistiftstrich wird Ihnen später zur Orientierung dienen, um das Kompriband anzukleben.

 

Entnehmen Sie nun den Fensterrahmen wieder aus der Maueröffnung.

 

Bohren Sie mit einem 6mm Holzbohrer Löcher seitlich in den Rahmen. Durch diese Löcher werden Sie später die Rahmenschrauben hindurchschrauben. Die senkrechten Rahmenteile sollten (je nach Tragfähigkeit des Mauerwerks und Größe des Fensters) mit 3 bis 6 Schrauben jeweils rechts und links in der Wand verankert werden. Bei den waagerechten Rahmenteilen ist eine Schraube in der Mitte notwendig, sofern es sich um ein mehrflügeliges Fenster handelt.

 

Sofern das Fenster eine Festverglasung hat, also der Flügel nicht entfernt werden kann, müssen Sie Einschlagkrallen seitlich in den Rahmen einschlagen. Die Kralle zeigt nach innen und dient später der sicheren Verankerung. Sichern Sie die Einschlagkralle zusätzlich mit einer kleinen Holzschraube.

 

Kleben Sie nun nun das raumseitige Dichtungsband an den Rahmen. Achten Sie an den Ecken darauf, dass sich eine Schlaufe bildet. Das Dichtungsband sollte möglichst wenige Schnitte bekommen und an Rundungen und Ecken sollte mittels Schlaufen genügend Bewegungsfreiheit bestehen, so dass das Band später an der Innenseite an die Laibung geklebt werden kann.

 

Als nächstes kleben Sie das Kompriband (Vorkomprimiertes Dichtungsband) an die Außenseite.

 

Entscheiden Sie, ob das Kompriband sichtbar sein soll. Soll es sichtbar bleiben, dann kleben Sie es in etwa entlang des Strichs (bzw entlang der Außenkante, wenn die äußere Laibungs keinen Anschlag bildet).

 

Möglicherweise wollen Sie das Kompriband von Außen nicht sehen und stattdessen die Fuge von Außen noch mit Mörtel verfugen. In diesem Fall benötigen Sie das Kompriband allerdings trotzdem, es sollte jedoch ca. 10 mm nach innen zurückstehen.

 

Nachdem Sie das Kompriband auf das Fenster geklebt haben, sollten Sie zügig weiterarbeiten, damit sich das Kompriband nicht schon vor der vollständigen Montage ausdehnt.

 

Stellen Sie das Fenster wieder in die Laibung. Es sollte auf Rasterkeilen stehen, mit denen Sie den unteren Rahmen waagerecht ausrichten. Diese Keile werden unter dem Fenster verbleiben und dienen der Lastabtragung.

 

Richten Sie das Fenster aus, so dass die senkrechten Rahmenhölzer absolut lotrecht stehen. Verwenden Sie Keile an den Seiten und oben, um das Fenster zu fixieren. Diese Keile werden Sie später wieder entfernen (im Gegensatz zu den unteren Keilen, auf denen das Fenster steht).

 

Sofern das Fenster nicht komplett festverglast ist, hatten Sie ja bereits Löcher für die Rahmenschrauben mit einem Holzbohrer gebohrt. Nehmen Sie nun einen ausreichend langen 6 mm Steinbohrer und bohren Sie durch eines der vorhandenen Löcher im Holzrahmen hindurch in den Stein.

 

Nun sollten Sie ein 6 mm starkes Loch im Rahmen und direkt dahinter im Mauerwerk haben. Nehmen Sie eine Rahmenschraube und schrauben Sie diese durch den Rahmen ins Mauerwerk.

Achten Sie darauf, dass Sie einen kräftigen Akkuschrauber und ein passendes Bit verwenden, da diese Schrauben mit viel Kraft eingeschraubt werden und Sie mit einem falschen oder verschlissenen Bit oder einem zu schwachen Akkuschraber, möglicherweise die Schraube nicht komplett einschrauben können.

 

Die Rahmenschrauben sind entsprechend gehärtet und benötigen keinen Dübel. Da das Gewinde der Schraube über die ganze Länge geht, hält die Schraube auch automatisch den Abstand des Fensterrahmens zur Wand. Deshalb werden solche Schrauben auch Abstandsmontageschrauben genannt.

 

Überprüfen Sie, ob das Fenster immer noch in Waage und im Lot ist; es ist sehr wichtig, dass der Rahmen nicht verzogen eingebaut wird. Die Ecken müssen hunderprozentig rechtwinklig sein, damit die Flügel sich ohne zu klemmen schließen lassen. Wenn waagerechte Rahmenteile in der Waage und senkrechte Teile im Lot sind, können Sie davon ausgehen, dass der Rahmen korrekt sitzt.

 

Bohren Sie als nächstes ein Loch an der gegenüberliegenden Seite in den Stein und schrauben Sie auch dort eine Rahmenschraube ein.

 

Wiederholen Sie den Vorgang, bis Sie alle Rahmenschrauben eingeschraubt haben.

 

Sofern Ihr Fenster eine Festverglasung hat, zum Beispiel ein festes Oberlicht, haben Sie bereits Einschlagkrallen im Rahmen befestigt. Bohren Sie nun durch die Einschlagkrallen ins Mauerwerk und befestigen Sie diese.

 

Sofern Ihr Fenster oder Türelement aus mehreren Teilen besteht, z.B. Seitenteile oder Oberlicht separat geliefert worden sind, sollten Sie beachten, dass die Fuge zwischen den Einzelteilen dauerhaft gegen Zugluft abgedichtet ist. Eine dauerhafte Abdichtung erreichen Sie am besten, indem Sie ein Kompriband in eine Nut zwischen die Einzelteile legen. Andere Abdichtungsmöglichkeiten, wie beispielsweise ein dampfdichtes, elastisches Klebeband über der Fuge erfüllen diese Funktion ggf auch. Eine Entscheidung hierüber sollte anhand der konkreten Einbausituation getroffen werden.

 

Nachdem Sie Ihr Fenster mit Schrauben sicher an der Wand verankert haben, sollten Sie alle Keile mit Ausnahme der lastabtragenden Keile an der Unterseite entfernen.

 

Bevor Sie mit dem ausschäumen beginnen, vergewissern Sie sich, dass das Kompriband sich bereits soweit ausgedehnt hat, dass die Fuge an der Außenseite durch das Kompriband geschlossen ist. Sollte dies noch nicht der Fall sein, erledigen Sie erst Arbeiten an anderen Fenstern. Wenn Sie zu früh ausschäumen, kann es sein, dass der Schaum zwischen dem halbausgedehnten Kompriband auch außen tritt und dort unschöne Flecken hinterlässt. Zudem würde in einem solchen Fall die Schlagregendichte Wirkung des Kompribandes außer Kraft gesetzt. Beachten Sie, dass PU-Schaum nicht witterungsbeständig ist und nicht über längere Zeit dem Sonnenlicht ausgesetzt werden darf!

 

Schrauben Sie eine Kartusche Pistolenschaum in die Schaumpistole. Beachten Sie die Sicherheitshinweise zur Verarbeitung von PU-Schaum. Schäumen Sie nun die Fuge zwischen Fenster und Wand von Innen mit Montageschaum aus.

 

Mit dem Einstellrad an Ihrer Schaumpistole können Sie die Menge des Schaums sehr gut justieren. Beachten Sie, dass der von Ventano angebotene Würth Purlogic Schaum eine sehr gute Ausbeute bei einer hohen Ausdehnung hat. Gehen Sie entsprechend sparsam mit dem Schaum um.

 

Nach dem vollständigen Aushärten des Schaums, entfernen Sie überschüssige Schaumreste mit einem Cuttermesser.

 

Nach dem Aushärten des Schaums können Sie die Fensterflügel wieder einhängen und gegebenenfalls einstellen.

 

Das innenseitige Dichtband kann nun an die innere Fensterlaibung geklebt werden. Sofern das Dichtband einen Klebestreifen hat und der Untergrund ausreichend Haftung bietet, können Sie das Dichtband direkt aufkleben. Andernfalls verwenden Sie Dichtbandkleber.

 

Das innere Dichtband sollte entweder eingeputzt werden oder falls die Laibungen im Trockenbau ausgeführt werden, mit den dort verwendeten Dampfbremsfolien verklebt.

 

Weiterführende Literatur finden Sie hier: